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Die Schulgemeinde des GaO hat die Entscheidung des Rates der Stadt Bochum zur Kenntnis genommen. Niemand wird behaupten wollen, dass wir die Entscheidung begrüßen.
Wir sind weiterhin der Ansicht, dass unserer Argumente gegen die Verlegung des Standortes zutreffen. Das ist in den Diskussionen der letzten Tage, sogar in der örtlichen Presse, bestätigt worden.
Es hat sich deutlich gezeigt, dass nicht nur schulische Interessen bei der Verlegung des Standortes eine Rolle spielten. Für die Entwicklung des brach liegenden Areals hinter dem Ostring auf Höhe des ehemaligen Rangierbahnhofs Bochum Nord musste eine Nutzung gefunden werden, die einerseits der Zentralität der Innenstadt als Einkaufszentrum nicht entgegenstand (Pläne der Fiege Brauerei), andererseits aber auch ein räumliches Lösungspotential für den Umzug der Justiz bot.
Da konnte man leicht das Gelände des GaO mit in die Pläne einbauen, da ja von der Schulverwaltung immer mit den rückläufigen Schülerzahlen und besonders mit dem Rückgang im Jahre 2013 durch den doppelten Abiturjahrgang argumentiert werden konnte.
Zusätzlich kamen durch die jahrelange Vernachlässigung bei der Instandhaltung des Erweiterungstraktes die aufgelaufenen Kosten für eine Fassadensanierung dazu. Da eine weitere Schule schon seit Längerem eine dringend notwendige Sanierung anmahnte, konnte man durch die gemeinsame Schließung dieser beiden Schulen mit gleichzeitiger Gründung einer neuen Schule viele finanz- und raumplanerische Probleme lösen.
Es ist der Schulgemeinde des GaO leider nicht gelungen, der Mehrheitspartei im Bochumer Stadtgebiet deutlich zu machen, dass der von außen betrachtete ideale Plan einige wichtige Aspekte nicht berücksichtigt.
Es wurde durch die Ratsentscheidung festgelegt, dass der zur Verfügung stehende Raum für Schülerinnen und Schüler des gymnasialen Bildungszweiges in Bochum für die kommenden Jahre erheblich eingeschränkt wird und nur durch Aufstellen von Klassenraumcontainern und durch vorübergehende Aufstockung der Zügigkeiten an anderen weiterführenden Schulen überbrückt werden kann. Dabei wird der Wunsch der Eltern auf freie Schulwahl bewusst eingeschränkt und auf alle beteiligten Schulen kommen Raumprobleme und Probleme bei der Unterrichtsversorgung mit Lehrern zu. Die Schulverwaltung schreckt auch nicht davor zurück, benötigten Schulraum für die weiterführenden Schulen durch Schließung von Primarschulen oder deren Verlagerung bereit zu stellen.
Ein zentral gelegener Schulstandort, der alle aufnehmen kann, die z.B. nicht in Stadtbereichen wohnen, in denen es eine weiterführende Schule gibt, wurde aufgegeben.
Dies wiegt umso schwerer, weil nicht nur das stadtübergreifende Profil mit der Anfangssprache Latein betroffen ist, sondern auch der normale Bildungsgang mit der Anfangssprache Englisch. Die geforderte Vierzügigkeit ist als neues Argument gegen das GaO genannt worden. Dagegen spricht, dass die Bezirksregierung ausdrücklich unserer Dreizügigkeit bestätigt hat, weil uns ja durch die Innenstadtlage kein großflächiger Wohnbereich mit entsprechender Anzahl von Kindern zugeordnet werden konnte. Die prognostizierten Schwächen im Bereich der Differenzierung in der Oberstufe sind bei uns nie aufgetreten, gerade das Gegenteil ist der Fall, weil wir in Verbindung mit den beiden anderen echten Innenstadtschulen ein für Bochum einmaliges Differenzierungsangebot im Leistungs- als auch im Grundkursbereich anbieten konnten. Dieses Angebot werden die beiden in dem Innenstadtbereich verbleibenden Schulen nicht weiter anbieten können. Und dieses Angebot bezieht sich nicht auf den Bereich der sog. „Alten Sprachen“.
Es hat sich deutlich gezeigt, dass für die Mehrheitsfraktion der Stadt die Begriffe Tradition und Identität nicht recht fassbar sind. Unabhängig von jeder politischen Ausrichtung gehört es zu den Aufgaben einer Stadtverwaltung, Identifikationspunkte mit der Stadt, mit ihrer Geschichte und mit ihrer Entwicklung zu schützen und zu bewahren. Und dabei ist es töricht, uns vorzuwerfen. wir argumentierten mit einer humanistischen Bildung, die sich an einem Gebäude festmacht. Dies zeigt, wie wenig sensibel die Mehrheitsfraktion in ihrer Entscheidung war. Man versteigt sich sogar zu der Behauptung, wir hätten durch unsere Aktionen den Schulfrieden gestört und das politische Klima vergiftet. Die Einsatzbereitschaft unserer Elternschaft liegt ja wohl darin begründet, dass sie am besten weiß, was das Schulleben am GaO ausmacht und auszeichnet. Gerade als Partei auf kommunalpolitischer Ebene sollte man dieses bürgerliche Engagement nicht unterschätzen.
Sachliche Gründe für den Erhalt des Standortes sind auf vielfältiger Weise dargelegt worden, ihnen ist weder sachlich noch inhaltlich widersprochen worden. Selbst der Selbstläufer „Finanzen“ konnte unter dem wagen Eindruck einer möglichen Fremdfinanzierung nicht mehr greifen.
Die polemische Art, in der immer wieder unsere Argumente zerredet, sachfremd interpretiert und als „Gründe von Gestern“ abgetan wurden, tut weh und erzürnt.
Ist es da nicht sehr verständlich, dass der Gedanke an Kooperationsgespräche und Fusionsverhandlungen schwer fällt?
Die gefallene Entscheidung haben wir zu akzeptieren, wir haben uns unseres Kampfes nicht zu schämen! Wenn wir als Schulgemeinde in der Sache auch nicht gewonnen haben, so hat uns die gemeinsame Solidarität stark gemacht.
Und so werden wir uns den Forderungen der Schulverwaltung stellen und alle Kräfte zusammen nehmen, um das, wofür wir seit Monaten gekämpft haben, nämlich die Solidarität und Identität einer Schulgemeinde, in ein neues Umfeld zu transportieren. Es bleibt unsere Hoffnung, dass demokratische Grundsätze auch für vermeintliche Minderheiten gelten und dass schulische Entscheidungen zum Wohle aller Kinder gefasst werden.
S. Schimankowitz
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