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Willkommen in Bochum
Vom 14.06.08 bis zum 25.06.08 sind wieder griechische Schüler von unserer Partnerschule in Thessaloniki (Deutsche Schule Thessaloniki) am Ostring. 12 Tage mit viel Programm stehen für die deutschen und griechischen Schüler und Schülerinnen aus den Klassen 9 und 10 an. Hier berichten einige Schüler jeden Tag über ihre Erlebnisse und Erfahrungen.
Sa 14.06.08 Ankommen und Kennenlernen Endlich ist es so weit! Nach all den Vorbereitungen fällt heute der Startschuss für den Austausch mit Thessaloniki. Vormittags haben die meisten noch aufgeräumt, geputzt und Betten bezogen. Kurz nach 14 Uhr ging es los zum Hauptbahnhof. Die Spannung stieg. Fast alle hatten mit ihrem Austauschpartner schon Emails ausgetauscht oder gechattet, aber wie würde dieser Grieche oder diese Griechin wohl in echt sein? Ich hatte noch nicht einmal ein Foto von ihr gesehen und war immer noch am überlegen, in welcher Sprache ich Fani denn gleich begrüßen sollte, als um 14.51 mit 10 Minuten Verspätung der Zug einfuhr. Alles klärte sich recht schnell: Fani und ich haben uns gefunden und Deutsch kann man schon sehr gut mit ihr reden, was eigentlich kein Wunder ist, weil sie schon seit 7 Jahren Deutsch lernt. Anschließend ging es erst einmal nach Hause: Hausbesichtigung, Koffer auspacken, einleben. Um 18 Uhr trafen sich alle wieder zur Kennenlernparty. Eine Mutter hatte das Pfarrheim der Fronleichnamskirche gemietet, was eine tolle Idee war. Einige Schüler hatten für einen Fernsehanschluss gesorgt und Frau Aretz einen Beamer organisiert. Hauptprogrammpunkt des Abends war somit das EM-Spiel Griechenland gegen Russland. Zum Essen gab es mitgebrachte Salate, Frikadellen und Kuchen. Die Stimmung war gut und erhielt nur einen kleinen Dämpfer, als Griechenland mit einer 0:1-Niederlage ausschied.
So 15.06.08 Stadtbummel im Regen Für den Sonntag war kein konkretes Programm vorgesehen, denn er sollte auch dem Kennenlernen in den Familien dienen, aber samstagabends hatten sich die meisten schon wieder verabredet. Ein Bummel in der Stadt sollte es sein. Das Gerücht, es sei verkaufsoffener Sonntag, bewahrheitete sich leider nicht, dafür aber die Wettervorhersage. Als wir uns gegen viertel nach drei entschlossen, in den Stadtpark zu gehen, sahen die vereinzelten Wolken, die über den ansonsten blauen Himmel zogen, noch eher harmlos aus. Gegen halb Fünf waren wir aber doch froh über den Baum, der uns wenigstens vorläufig Schutz gewährte und unsere 3 Regenschirme (für 14 Personen!). Zum Glück hielt der Schauer nicht lange an. Wir hingegen gingen zurück in die Innenstadt. Im Bermudadreieck nutzten einige die Gelegenheit für ein vorgezogenes Abendessen bzw. einen kleinen Imbiss an der Pommesbude. Und eine Currywurst musste natürlich auch sein.
Mo 16.06.08 Fahrt nach Köln Heute fuhren die 16 Schüler des GaOs und ihre jeweiligen Austauschpartner mit Frau Dr. Aretz und Herrn Buchholtz sowie Frau Schierberg und Frau Weihert, den griechischen Lehrerinnen, nach Köln. Mit ca. 15 Minuten Verspätung erreichten wir gegen 10:20 Uhr die Domstadt und begannen anschließend mit einem kurzen Gang durch die Altstadt. Um 12:30 schließlich startete eine Führung durch den Kölner Dom, wobei wir in zwei Gruppen (Griechen und Deutsche) aufgeteilt wurden.
Man erklärte uns sehr genau die verschiedenen Fensterbilder sowie die Geschichte des Doms. Nach ca. einer Stunde endete die Führung und uns stand die ganze Stadt offen. Wir teilten uns in Gruppen von 3-10 Leuten auf und begannen mit der Shopping-Tour. Vereinbarter Treffpunkt, um im Anschluss nach Hause zu fahren, war um halb 6 auf der Domplatte an der Westseite des Doms. Naja, um 17:45 Uhr konnten wir uns dann in Richtung Bahnhof aufmachen, nachdem die letzten eingetroffen sind. Der Zeitplan war sehr knapp, denn nur 5 Minuten später fuhr der Zug Richtung Bochum ab. Regional-Express der Linie RE1 von Aachen nach Hamm via Köln und Bochum. Dieser Zug ist zu jeder Tageszeit gut gefüllt, sodass während der Fahrt oder zumindest während der Hälfte davon ein paar Treppen von uns blockiert wurden. Am Freitag gehts in die nächste Stadt Düsseldorf .
Di 17.06.08 Fahrt in die Zoom Erlebniswelt. Am heutigen Dienstag fuhren die Griechen ohne ihre deutschen Austauschpartner in den Gelsenkirchener Zoo. Sie begleiteten uns noch bis in die Schule, wo der vereinbarte Treffpunkt war. In der Schule schließlich trennten sich für einen Tag die Wege: Die Griechen gingen zurück zum Bahnhof, während wir in den ganz normalen Unterricht gingen. Gegen 9.15 Uhr erreichte man die Haltestelle Zoom Erlebniswelt, von wo es nur noch einen kurzen Fußweg zum Eingang des Zoos gab Am späten Nachmittag (17.20 Uhr) kehrten unsere griechischen Partner zurück zum Bochumer Hauptbahnhof. Befragte Schüler gaben einen sehr zufriedenen Eindruck, auch wenn es der zweite Tag mit längeren Fußmärschen war, sei es durch Köln, sei es durch eine Afrika-Welt voller Löwen, Affen, Nashörner und Nilpferde. Ach ja, die Giraffen und Antilopen nicht zu vergessen. Und Alaska wollte schließlich auch noch besichtigt werden. Braune wie weiße Bären gab es zu sehen, Elche, Rentiere und ein paar Seelöwen haben natürlich auch nicht gefehlt. Besondere Begeisterung löste das Iglu aus. Dieser Simulator lässt die Besucher ein Iglu besichtigen, das sich plötzlich von seiner Standfläche löst. Die Besichtigung verwandelt sich in eine herrliche Rutschpartie durch Schluchten aus Eis hinab bis ins eisige Wasser und endet erst, wenn das Iglu in ein Haus am Ufer kracht und stecken bleibt. Wir sind gleich zweimal gefahren, wurde uns berichtet. Morgen gehts weiter Stadtrallye durch Bochum
Mi 18.06.08 Stadtrallye durch Bochum Heute waren wir erst 2 Stunden in der Schule. Dort konnten wir uns gleich nützlich machen und bei der Menschenkette mitmachen, mit der die Schüler vor dem Bürgerentscheid am kommenden Sonntag für ihre Schule demonstrieren wollten und dann ging es auch schon auf zur Stadtrallye. Aufgeteilt waren wir in zwei Gruppen. Jede bekam ein Kuscheltier und einen Fragebogen. Aufgabe war es die diversen aufgeführten Orte aufzusuchen, die dazugehörige Frage zu beantworten, und ein witziges Foto mit dem Kuscheltier zu schießen. Gewinnkriterien waren Zeit, richtige Antworten und die lustigsten Fotos. Insgesamt war die Rallye sehr witzig, aber auch stressig, weil uns immer die Zeit im Nacken saß.
Do 19.06.08 Fahrradtour an der Ruhr Am Donnerstag waren wir Fahrradfahren an der Ruhr. Treffpunkt war das Bootshaus Gibraltar am Kemnader See. Von dort aus radelten wir, von ehrenamtlichen ADFC-Helfern begleitet, bis zur Stiepeler Dorfkirche, an der wir einen kleinen Einblick in ihre Geschichte bekamen. Danach ging es weiter zur Burgruine Hardenstein, bei der uns Frau Koppe vom ADFC die Geschichte der Burg erläuterte und die Legende vom Zwergenkönig Goldemar erzählte. Nach einer Pause, fuhren wir weiter bis zur Zeche Nachtigall. Dort wurden wir - natürlich nur mit Helm - von Tacke durch die Stollen geführt. Dass die Helme einen Sinn hatten, bemerkten viele, als sie sich am niedrigen Stollen den Kopf stießen. Besonders spannend wurde es, als Tacke uns demonstrierte, unter welchen Lichtverhältnissen die Bergleute früher gearbeitet haben, und kurzerhand per Knopfdruck erst die gesamte Stollenbeleuchtung und kurz darauf auch noch seine Taschenlampe ausschaltete: Stockdunkel und großes Gekreische. Nach der Führung radelten wir wieder zurück zum Fahrradverleih. Nach der Fahrradtour hatten wir einen Termin an der Christuskirche. Uns und einigen Austauschschülern aus unserer Oberstufe wurde erklärt, wofür der Platz des Europäischen Versprechens steht, und uns wurde die Möglichkeit gegeben unseren Namen für diesen Platz herzugeben d.h. ihn später dort einmeißeln zu lassen. Eine andere Bochumer Sehenswürdigkeit gab es kurz vorher nur eine Straßenecke weiter ebenfalls umsonst zu sehen: Herbert Grönemeyer. Einige haben die günstige Gelegenheit genutzt, um den Star aus Bochum bei seinem Konzert für den Bau einer Bochumer Symphonie einmal kennen zu lernen.
Fr 20.06.08 Düsseldorfer Landtag Heute waren wir in der wunderschönen Stadt Düsseldorf, wo wir erst den Landtag besichtigt haben und dann zum Shopping in die Stadt gegangen sind. Der Landtag stellte sich als weit weniger uninteressant heraus als erwartet. Nach einer kurzen Einführung und einem Frühstück durften wir auch an einer Plenarsitzung teilnehmen, die jedoch die Mehrheit der Schüler eher für langweilig hielt und nicht so besonders informativ empfand. Bei einer nachfolgenden Diskussion hatten wir die Möglichkeit, einem Bochumer Abgeordneten der SPD (Thomas Eiskirch) sowohl über das politische System als auch über das Leben eines Politikers Fragen zu stellen.
Im Anschluss führte uns Herr Salmen durch die Altstadt Düsseldorfs, wo er uns viel Wissenswertes erzählte und uns dann in die Stadt schickte. Dort kauften wir ein, unterhielten uns mit den Griechen bei einem Eis und ließen den Vormittag ausklingen. Düsseldorf ist eine tolle Stadt, doch fanden wir Köln dreimal schöner.
Sa 21.06.08 Freizeit Das Programm hatte an diesem Samstag eine gähnende Lücke. Freizeit stand da. Bloß, was macht man mit der ganzen freien Zeit? Da gab es eine Reihe unterschiedlicher Ansätze: Ausschlafen bis 11 Uhr, sich von seinem Anhang befreien und mal wieder etwas ganz alleine machen oder irgendwelche Aktivitäten zusammen unternehmen. Viele haben an der gemeinsamen Shoppingtour im Oberhausener Centro teilgenommen. 21 Schuhgeschäfte auf 400 Metern strahlen da eine enorme Anziehungskraft aus. Andere haben gemeinsam Volleyball gespielt. Ein glücklicher Zufall war, dass exakt an diesem Abend viele sehenswerte Orte im Revier ihre Tore zur Extraschicht öffneten. Einige nutzten die gute Gelegenheit, ihren Austauschpartnern ein bisschen Industriekultur nahe zu bringen. Auf ein Klavierkonzert in der Jahrhunderthalle folgte die Besichtigung des Straßenbahndepots an der Engelsburgerstraße. Erstmals konnte auch die Fiegebrauerei im Rahmen der Extraschicht besichtigt werden. Den phänomenalen Abschluss gab es wiederum an der Jahrhunderthalle. Wunderschön waren überall entlang der Wege und in Formen auf den Wiesen von Tütchen geschützte Teelichter aufgestellt worden. Es sah einfach fantastisch aus. So konnte man das Warten auf das Feuerwerk um ca. 1:20 Uhr wenigstens etwas genießen.
Extraschicht 2008 Photo: S. Schimankowitz
So 22.06.08 Starlight Express Heute stand ein Besuch beim Bochumer Erfolgsmusical Starlight Express an, das erst vor einer Woche seinen 20. Geburtstag gefeiert hatte. Da unsere Vorstellung schon um 14 Uhr begann, wurde also schon kurz nach Mittag wieder zum Abmarsch geblasen. Aufgrund des sehr späten Frühstücks haben wir das Mittagessen notgedrungen hinter die Vorstellung geschoben. Die griechischen Austauschschüler sprechen zwar schon sehr gut Deutsch, aber die Songtexte zu verstehen, war gar nicht so einfach. Viele mussten sich ihren Teil einfach denken. Die Musik aber hat ihre Anziehungskraft auch nach 20 Jahren noch nicht verloren und hat alle mitgerissen. Am Abend haben wir uns an der Schule versammelt, um dort gemeinsam mit vielen anderen Eltern, Lehrern und Schülern das Ergebnis des Bürgerentscheids abzuwarten. Über nichts weniger als über die Zukunft unserer Schule durften die Bochumer Bürger entscheiden. Das die nötigen 60 000 Ja-Stimmen für den Erhalt unserer Schule nie zusammenkommen würden, war vorher ohnehin klar, doch niederschmetternd ist der Moment, in dem das ein für alle Mal feststeht schon.
Mo 23.06.08 Movie Park Bottrop
Auf Wunsch der Griechen haben wir auch den Movie Park mit ins Programm genommen. Und ich kann nur eins sagen: das war eine Super-Idee. Das Wetter war gut und sogar warm genug, dass man sich nicht im Nachhinein über eine Fahrt auf der Wildwasserbahn ärgern musste. Das Trockengerät am Ausgang blieb folglich unbenutzt, obwohl fast alle richtig nass geworden sind. In kleinen Gruppen stürzten wir uns in das Paradies für Achterbahnfahrer: aus Holz oder Metall, klein oder groß, schnell oder langsam, für jeden war etwas dabei. Oft mussten wir lange anstehen, aber das machte den meisten nichts aus. Besonders toll fanden viele den Freefall-Tower, bei dem man langsam 66m in die Höhe gezogen wird, im freien Fall nach unten saust und erst kurz vor dem Boden wieder abgebremst wird. Trotz der Angst vor dem Fall wollten einige gleich noch einmal fahren.
Um 5 Uhr hieß es dann aber auch schon wieder Fertigmachen zum Aufbruch. Schade, die Zeit war doch zu schnell vergangen.
Di 24.06.08 Kanutour Da wir schon seit fast einer Woche nicht mehr da waren, sind wir heute mal wieder zum Kemnader See gefahren. Das Bootshaus Gibraltar kannten wir ja inzwischen. Diesmal haben wir aber keine Fahrräder ausgeliehen, sondern Kanus. 4 Boote brauchten wir, um die ganze Mannschaft unterzubringen. Schwimmwesten, Paddel, Steuermann, alles war dabei. Zuerst haben wir eine kleine Runde auf dem Kemnader See gedreht. Immer schön im Gleichtakt die Paddel einzustechen erwies sich als richtig schwierig. Beim Zählen ging es leichter: eins, zwei, drei oder auch auf griechisch .Leider war der Wasserstand nicht hoch genug, sodass wir die Bootsrutsche am Wehr vorbei nicht passieren konnten, also alle Mann wieder raus aus dem Boot und zu Fuß hinab. Dahinter wurde die Arbeit etwas leichter und die Strömung brachte uns gut voran. Am Wasserwerk mussten wir sowieso die Boote aus dem Wasser nehmen und ein Stück über Land tragen, also haben wir die Gelegenheit genutzt und eine kleine Pause eingelegt. Die letzten beiden Kilometer bis zum Vereinsheim unter der Koster Brücke waren ein Klacks, das Heraushieven der Boote aus dem Wasser hingegen nicht, zumal wir sie eine ganze Reihe steiler Stufen hinauftragen mussten. Danach wurde es gemütlicher: im Handumdrehen waren ein paar Biertische aufgestellt und die ersten Würstchen lagen auf dem Grill. Dazu gab es Salat und Brot und einen Fußball, damit auch die Fußballwiese genutzt werden konnte. Gegen 15 Uhr sind wir gemeinsam Richtung Innenstadt gefahren, was mit dem CE31 eine halbe Weltreise ist. Die Meisten haben sich von dort aus müde auf den Heimweg gemacht, um ein wenig auszuruhen. Doch viel Zeit blieb nicht, bis um 19 Uhr das Lehrertheater anfing. Einige Deutsche wollten gerne hingehen, die anderen sind in der Zeit im Stadtpark gewesen. Anschließend ging es gemeinsam ins Bermudadreieck, denn das sollte schon unser letzter Abend sein, und den galt es natürlich zu genießen.
Mi 25.06.08 Abschied Nach eineinhalb wunderschönen Wochen, die viel zu schnell vorüber waren, hieß es heute schon wieder Abschied nehmen. Mit Taschen und Koffern haben wir uns schon um 8:45 Uhr am Hauptbahnhof getroffen.
Es gab viele Abschiedsfotos, Umarmungen und auch ein paar Küsschen. Und dann mussten wir wirklich Tschüss sagen. Alle standen winkend am Gleis, als der Zug den Bahnhof Richtung Düsseldorf Flughafen verließ. Danach ging es noch kurz in die Schule, jeder in seine Klasse. Wir bekamen unser Zeugnis in die Hand und durften nach Hause. Ferien! Endlich einmal Ausschlafen!
Redaktionelle Zusammenfassung und Realisation: Sara Feldmüller 9b
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